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Manuelle Therapie

Was ist Manuelle Therapie?

Manuelle Therapie ist eine spezielle Methode, vor allem Gelenke zu behandeln. Verwirrend für den Laien ist, dass Physiotherapeuten natürlich immer manuell, das heißt, mit den Händen arbeiten. In dieser Methode wird allerdings ganz besonders Wert auf die genaue Position der Hände und deren Bewegungsrichtung sowie Krafteinsatz gelegt. Die individuelle Mechanik jedes einzelnen Gelenkes wird dabei genau berücksichtigt.

Auf dieser Grundlage wird zunächst der Sitz der Schädigung festgelegt. Ist bei einem schmerzhaften Geschehen eine Gelenkstruktur, Muskeln oder Bänder oder vielleicht doch eine Nervenschädigung oder mehrere dieser Strukturen die Ursache? Bei der Untersuchung verlässt sich der Manualtherapeut nicht nur auf vorhandene Röntgenbild- oder CT-Auswertungen, sondern ist darin geschult, diese Veränderungen mit seinen Händen zu untersuchen. So ergab z.B. eine Studie, dass gut geschulte Manualtherapeuten einen Meniskusschaden sicherer diagnostizierten, als die alleinige Auswertung einer CT-Aufnahme.

Die typische manualtherapeutische Behandlung sind Gelenktechniken. Entsprechend der Schädigung weiß der Manualtherapeut, in welche Richtung und mit welchem Krafteinsatz Gelenkflächen zueinander bewegt werden müssen, um sein Behandlungsziel zu erreichen. Die genaue Kenntnis der Gelenkform ergibt dann die Arbeitsrichtung. Um diese effektiv durchführen zu können, gibt es eine Unzahl von Grifftechniken. Ähnlich einem Mechaniker, der auch genau weiß, wo er welches Werkzeug in welcher Richtung und mit welcher Kraft ansetzen muss, hat auch der Manualtherapeut für jedes Gelenkproblem entsprechende Techniken zur Verfügung. Sämtliche andere für die Behandlung des Krankheitsbildes nötigen Techniken werden aus der allgemeinen Physiotherapie hinzugezogen..

Bedenkt man dann, wie viele unterschiedliche Gelenke die Wirbelsäule hat, die ein Manualtherapeut alle auf Einschränkungen der Beweglichkeit hin untersucht und auch festlegt, in welche Richtung die Bewegungseinschränkung besteht, dann wird klar, dass er diese »mit seinen Händen« auch genauso gezielt behandeln kann. Dieses kann mit sanften, langsamen Bewegungen geschehen, der Patient macht entweder mit oder der Therapeut arbeitet allein, es kann aber auch eine Mobilisation eines Gelenkes von Vorteil sein, die mit einem schnellen Impuls ausgeführt wird. Dieses gilt besonders für gelenknahe Störungen und am bekanntesten ist diese Technik wohl an der Wirbelsäule. An dieser Stelle möchte ich gerne mit einem beliebten Ammenmärchen aufräumen: Ein Wirbel ist niemals »verrenkt« und wird auch nicht »eingerenkt«, weder von Manualtherapeuten noch von irgendeiner anderen Profession. Schon das Verrenken eines Wirbels ist mit dem Leben nicht vereinbar. Das, was dort starke Schmerzen und Unbeweglichkeit hervorruft, ist ein unbewegliches, nicht gleitendes Gelenk (Gelenkblockade). Eine gezielte Mobilisation mit Impuls geht häufig mit einem Knackgeräusch einher. Ungezielte Knackgeräusche kann jedermann überall auslösen; man denke nur an knackende Fingergelenke. Mehr dazu finden Sie in der Literaturliste.



Was ist das Ziel der Manuelle Therapie?

Ziel ist es, schmerzhafte Störungen der Gelenksbeweglichkeit differenziert zu diagnostizieren und mit speziellen Gelenktechniken zu behandeln. Die unterschiedlichen Gründe für mangelhafte Gelenksbeweglichkeit sind folgende:

  1. Eine geschrumpfte Gelenkkapsel. Dieses geschieht nach Ruhigstellung eines Gelenkes z.B. wegen einer Verletzung, oder durch lange Bettlägerigkeit und der damit einhergehenden Unbeweglichkeit. Betroffen sind besonders Schulter- und Wirbelsäulengelenke. In der manuellen Therapie werden dann genau die Kapselanteile gedehnt, die verkürzt sind.

  2. Verspannte und verkürzte gelenksumgebende Muskulatur. Dieses passiert nach Fehlbelastungen oder einseitigem Training. Die entsprechenden Muskeln oder -anteile werden entspannt und/oder gezielt auftrainiert.

  3. Arthrotische Veränderungen des Gelenkknorpels. Ein Gelenk wird arthrotisch, wenn es zu wenig bewegt wird oder unter zu hohem Druck steht. In beiden fällen wird zu wenig Gelenkflüssigkeit produziert und der Knorpel schlecht versorgt. Außerdem gleiten die Knorpelflächen zu schlecht aufeinander, es entsteht Reibung und der Knorpel wird auf Dauer geschädigt. Hier bringt die manuelle Therapie eine besondere Technik zum Einsatz, das parallele Gleiten unter Zug. Diese knorpelschonende Technik vermehrt die Bildung von Gelenkflüssigkeit, unterstützt die Ernährung des Knorpels und erweitern das Bewegungsausmaß.

  4. Schmerzhafte Einengung eines Nerven. Durch Nervendehnungstests und Tastbefunde wird festgestellt, an welcher Stelle welcher Nerv unter welchen Umständen gedrückt wird.

Ein weiteres Ziel ist es, Sekundärstörungen besonders von Wirbelsäulenerkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Eine Trigeminusneuralgie kann z.B. ihre Ursache in der Blockade eines Halswirbelgelenkes, ein Nervöser Magen die Ursache in der Blockade eines Rippengelenkes haben.

Was sind die Therapieinhalte der Manuellen Therapie?



  1. Ertasten und differenzieren gelenknaher Strukturen.

  2. Paralleles Gleiten der Gelenkflächen

  3. Dreidimensionale Bewegungserweiterung jeden Gelenkes

  4. Behandlung innerhalb und außerhalb der vorgegebenen Gelenksbeweglichkeit mit und ohne Impuls.

  5. Befunderhebung unter Berücksichtigung aller Strukturen und nervöser Zusammenhänge.

Grundlagen dieser Methode werden schon in der Ausbildung vermittelt, ein Manualtherapeut hat allerdings eine umfassende Zusatzausbildung, die sich berufsbegleitend über mindestens 3 Jahre hinzieht und mit einer international überprüften Abschlussprüfung endet.



Wann kann Manuelle Therapie angewandt werden?



Welches sind die speziellen manualtherapeutischen Therapieangebote der Praxis Zeitzen?

  1. Testung

  2. Therapiebeginn

  3. Therapieangebote



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Zuletzt geändert: 27.02.2003